· 

Dachzeltfestival Reloaded -David-

- Rechtlich könnte dieser Post als Werbung aufgefasst werden -

WAS WÜRDEST DU MITNEHMEN, WENN DU AUF EINE EINSAME INSEL ZIEHEN MÜSSTEST? Na, die Frage kann ich leicht beantworten! Den ganzen Krempel den Ihr oben auf dem Bild seht und natürlich Mareike mit den Kindern. Das sind so ungefähr 800kg. Mehr schafft der Große Blaue auch nicht. Da muss dann irgendwann mal ein Sprinter her;-) So stehe ich Freitag Morgen, nachdem ich die Kinder in die Einrichtungen gebracht habe, vor der großen Heckklappe und wuchte Kisten ins Auto. Um 14:00 Uhr gehts endlich wieder los: Zum Dachzeltfestival 2019.

 

Ein Wochenende, 519 Km, 5,5 Stunden Fahrzeit und der Tag ist schon halb rum. Da fragt man sich, was einen jetzt schon wieder geritten hat... Aber das letzte Dachzeltfestival war so geil (darf man offiziell so sagen), das wir das diesjährige nicht verpassen wollen. Die Eintrittskarten hängen ja immerhin auch schon ein halbes Jahr am Kühlschrank. 

 

Nach einem wilden Ritt durch unsere schöne Republik kommen wir um 20Uhr endlich am Brombachsee an. Unser erster Gedanke: Wow, ist das voll!!! Fahrzeuge über Fahrzeuge soweit das Auge reicht. Es dauert dann auch ein wenig bis wir zu unserem Stellplatz kommen. Dank der großartigen Organisation steht gefühlt alle 10 Meter jemand vom Orgateam mit Warnweste und schickt uns zur nächsten Warnweste weiter. Am Platz angekommen kuscheln wir uns zwischen die anderen Dachzeltnomaden. Wo man sich sonst auf Campingplätzen gerne ein wenig abgrenzt um seine Ruhe zu haben, winkt uns der Nachbar näher heran. "Kommt a bissl näher, dann passt vielleicht noch jemand hinter euch!". Es riecht nach Grillfleisch, die ersten Feuerschalen stehen in Flammen, die Zikaden brummen wie in Südfrankreich und die Kinder spielen Fußball. Was für eine geniale Stimmung! Wir bauen schnell alles auf und lassen den Tag bei Livemusik, Lagerfeuer und einem Sundowner ausklingen.

 

Am nächsten Morgen werden wir um kurz nach 7 von einem infernalischen Lärm geweckt. Nein, diesmal waren es nicht die Kinder, sondern der Mobilklotechniker der munter die Hinterlassenschaften des letzten Tages absaugt und mit einem kräftigen Sprühstoß aus dem Hochdruckreiniger sein morgendliches Werk vollendet. Dabei hatte ich sooo gut geschlafen! Beim Blick in Mareikes unausgeschlafenes Gesicht beschließe ich allerdings diese Information für mich zu behalten um keinen Neid zu schüren. Nach unzähligen Nächten auf dem Dach des Großen Blauen haben wir immer noch kein Patentrezept für guten Schlaf gefunden. Mal klappt es, mal klappt es nicht. 

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück (Es gab einen Brötchenservice!) in der Morgensonne füllen wir die Kinder in der Spielscheune erst mal mit Zuckerwatte und Popcorn auf und lassen Ihre Gesichter unkenntlich machen. Didi wird zum Tiger und Mina zur einer Art Maori-Regenbogenprinzessin. Bis zum Abend hören wir tolle Vorträge, quatschen mit vielen netten Menschen, essen vegane Burger, schwimmen im See und schauen uns jede Menge tolle Autos und Auf- und Ausbauten an. Abends versammeln sich dann alle Nomaden, es sind weit über 3000 Festivalbesucher mit über 1000 Fahrzeugen (Kinder und Hunde nicht mitgezählt), vor der großen Bühne. Es ist Zeit für eine ausgiebige Ansprache von den Initiatoren des Festivals, Rebecca und Thilo und einer Ehrung der 150 freiwilligen Helfer (Funfact: So viele Besucher hatte das erste Festival vor 2 Jahren) die für die wirklich perfekte Organisation gesorgt haben. Bei der anschließenden Tombola werden tolle Preise für einen guten Zweck verlost. Apropo guter Zweck: Auf und rund um das Dachzeltfestival werden weit über 40.000€ an Spendengeldern gesammelt und an drei tolle Hilfsprojekte weitergegeben! Der absolute Hammer!!!

 

Wo man dann schon einmal beisammensitzt kann man ja auch gleich zusammen essen. An diesem Abend kochen Dachzeltnomaden für Dachzeltnomaden. Es gibt angefangen bei Salat, über Spanferkel oder diverse Dutch Oven Gerichte bis hin zu Waffeln und Crepes, alles was das hungrige Camperherz begehrt. Die Einnahmen aus dem gemeinsamen Mahl werden ebenfalls gespendet. Wer sich tagsüber gewundert hat, warum die Bekloppten ein Piano mitten auf den See stellen, der bekommt dann Abends die Antwort. Joe Löhrmann spielt mit seinem Traveling Piano, auf einem Ponton schwimmend, vor dem Badestrand ein Klavierkonzert. Wir sitzen auf der Picknickdecke, trinken Rotwein und die Kinder schlafen in Decken gehüllt zwischen uns ein. Besser kann ein Tag nicht enden!

 

Am Sonntag geht es schließlich, nach einer ausgiebigen Badesession im See, in Richtung Heimat. Wieder 519 Km, wieder 5,5 Stunden Fahrzeit. Aber uns ist klar: Selbst wenn das nächste Dachzeltfestival in Murmansk stattfinden sollte - Wir wären wieder dabei;-)

 

WAS WÜRDEST DU MITNEHMEN, WENN DU AUF EINE EINSAME INSEL ZIEHEN MÜSSTEST? - Da möchte ich meine Antwort gern nochmal ergänzen: Ich würde euch über 3000 Festivalbesucher mitnehmen! Ein derart friedvolles, offenes und nettes Miteinander erlebt man nur selten. Ihr seid der Hammer!!! Danke!

 

Bis zum nächsten Dachzeltfestival!

 

David

Kommentar schreiben

Kommentare: 0